Verbindung Asperger, ICD Codes, Bezeichnungen von Störungen im Zustandekommen während und nach der NS-Zeit.

Menschen, die Bezeichnungen prägten…

Ich als Mensch mit Asperger-Syndrom habe keine Schwierigkeiten, mit dem Wort, dem Begriff und der Bezeichnung umzugehen.

Zu Hans Asperger: Er wurde vor der NS Zeit geboren, er lebte in die NS-Zeit rein und verstarb nach der NS-Zeit.

Ein klassisches Bild mit Fokus auf NS-Zeit: Es gibt verschiedene Gruppen: die einen schließen sich an, die anderen schließen sich woanders an…

Es ist „leicht“, das Entstehen der Begriffe auf die NS-Zeit zu konzentrieren und mit Konzentrationen (auch im Sinne Prinzip, Funktionsweise Konzentration(en); Konzentrationslager, und das nicht nur im Zusammenhang mit Gefangenen-Lagersystem; auch mit Gesellschafts-Sammelsystem sowie anderen Formen von Konzentrationen) zu verstehen.

Zu dieser Zeit lebte Hans Asperger.

Es ist auch eine Zeit, in der die Forschung, auch rund um Psychologie (auch psychische, psychiatrische Störungen) eine „Hoch-Zeit“ hatte, gerade in einer Einschlägigkeit in Begriffs- und Bezeichnungsfindungen. Klassifikationen eben. Es ist daher auch nachvollziehbar, dass Menschen Assoziationen aufbauen und Bezeichnungen synonym verstanden und verstehen. Kein seltener „Klassiker“: Vorhandenes umbenennen und „Mainstream“, also verständlich machen.

Während der NS-Zeit wurden zahlreiche Begriffe und Bezeichnungen für psychische Störungen geprägt oder ideologisch umgedeutet, um sie in das Konzept der „Rassenhygiene“ und der „Volksgesundheit“ einzubetten. Diese Sprache, und auch Schrift, diente nicht nur der medizinischen Klassifikation, sondern auch der Legitimation von Zwangsmaßnahmen wie Sterilisation und Mord. Mit Sterilisation ist die Säuberung und Reinigung des Volkes und Gesellschaft(en) im Volk bzw. den Völkern gemeint. Dazu zählten auch System und Systeme.

Hier sind weitere Begriffe/Bezeichnungen/Konzepte:

  • Erbkrankheit/Erbkrankheiten (Schizophrenie, Manisch-depressive Erkrankungen, Epilepsie (auch Fallsucht), Chorea Huntington, „Schwerer Alkoholismus“, Geistige Behinderung).
  • Ballastexistenzen (Menschen mit psychischen und/oder geistigen Erkrankungen/Besonderheiten/Behinderungen etc. wurden als Ballastexistenz bzw. Ballastexistenzen bezeichnet und verstanden.
  • Euthanasie / Gnadentod: Die systematische Ermordung psychisch kranker Menschen wurde euphemistisch als „Euthanasie“ oder „Gnadentod“ bezeichnet. Die bekannteste Aktion war die „Aktion T4“, bei der über 70.000 Menschen in Tötungsanstalten ermordet wurden.
  • Erbgesundheitsgerichte (Diese Gerichte entschieden über die Zwangssterilisation von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Bezeichnungen suggerierten eine medizinisch-juristische Objektivität, obwohl sie ideologisch motiviert waren.
  • „Aktion Brandt“ (Ab 1943 wurden Patienten aus Anstalten in bombengefährdete Gebiete verlegt und dort durch Medikamente oder gezielte Vernachlässigung getötet. Auch hier wurde die Sprache verschleiernd eingesetzt.
  • „Gezielte Vernachlässigung“ beschreibt die psychische Zersetzungsarbeit der Stasi in der DDR, die darauf abzielte, das Selbstwertgefühl von Systemgegnern und Systemgegnerinnen zu untergraben, Angst und Verwirrung zu erzeugen und sie von ihrem Umfeld zu isolieren. Durch das gezielte Einschleusen von Misstrauen und das Erzeugen von Unsicherheit sollten Menschen psychisch zermürbt werden, was als eine Form der staatlich gewollten „Vernachlässigung“ im Sinne der psychischen Abwertung des Individuums verstanden werden kann.
  • Nervenheilanstalt, Irrenanstalt, Heilanstalt.
  • „Unwertes Leben“ (Ein zentraler Begriff der NS-Ideologie, unter dem psychisch Kranke, Behinderte und andere marginalisierte Menschen und Gruppen zusammengefasst wurden. Er diente als ideologische Grundlage für deren systematische Vernichtung.).

„Heute“ weiß man, dass Erbgut keine alleinige Voraussetzung ist. Die Krankheitsbilder können auch ohne familiäres Erbgut entstehen. Mit familiärem Erbgut ist auch generationsbedingtes Erbgut gemeint, also Vererbung genetischer Merkmale über mehrere Generationen hinweg. Chromosome/Gene bauen nicht nur auf Erbgut auf. „Defekte“ können auch ohne erbliche Voraussetzungen entstehen. Es gibt verschiedene Faktoren, u.a. genetische Mutation, Umweltfaktoren, Epigenetik, Zufallsereignis. Zu Zufallsereignisse: Das finde ich paradox und einfach: Mutation?! Zufallsereigniss auch als Lückefüller für Situationen, welche einem unbekannten Faktor bzw. einer unbekannten Ursache zugeordnet werden können.

Ich stelle mir vor: „Wenn man in der Lage ist, Veranlagungen auf Erbgut zuzuführen, dann geht es auch ohne Zuführung auf Erbgut, sondern auch einschließlich kausaler Zusammenhänge ohne Einbezug familiärer Voraussetzungen“. Das trifft auch auf die NS-Zeit zu. Die Wissensstände bzw. die Fähigkeiten waren da. Eine Folge einer „Mehrheit in Meinung“?

Btw. Porsche war ein Gegner der NS und belieferte sie mit Fahrzeugen jeder Art. Das ist für mich weniger eine Überlebensstrategie, welche aktiv von Porsche angestrebt wurde, sondern eher auf die Erzwingungsmaßnahmen zu verstehen. Dies war zur damaligen Zeit groß in Industrie.

Klar ist außerdem, dass es viele Mit- und Gegenläufer:innen gab. Es gibt viele Grundlagen, welche ein solches Verhalten nachvollziehbar machen. Pauschal auf NS-Anhänge beziehen: Keine schwierige Aufgabe, genauso einfach ist es jedoch auch, viele weitere Faktoren zu Berücksichtigen (Wie eben Erzwingungsmaßnahmen, auch durch nicht einmal staatliche oder teilstaatliche Organ-Mitglieder:innen).

NS und Weitere waren großflächig verbreitet und suchten die Nähe zum Volk, insbesondere mit Knotenpunkten (bspw. Gesundheit). Dazu gehört auch Psychiatrie und Psychologie.

Den 1. Weltkrieg kann man ebenfalls mit einbeziehen. Auch vor, während und nach dieser Zeit waren typisches Gesellschaftsverhalten eine Grundlage.