Schlagwort: atypisch

  • Medikamente und die Auswirkung auf Fähigkeiten

    In einem KJP Aufenthalt habe ich aufgrund div. Faktoren, u.a. aufgrund von Fehlschaltungen im Gehirn, Psychosen, motorischen Tics eine gute Mischung an Medikamenten erhalten. Außerdem habe ich an einer Medikamentstudie teilgenommen. Das war eine bunte Mischung aus Neuroleptika und weiteren Medikamenten, wie z.B. Alpha-2-Agonisten. Ursache für div. Symptome in meiner Kindheit können genetische Ursachen haben. Ein bekanntes und verbreitetes Symptom waren auch funktionelle Störungen und außerdem habe ich eine atypische Gehirnentwicklung.

    Das Ergebnis der Medikamenten sollte sein, dass die Symptome der angeborenen Einschränkungen behandelt und gemildert werden, was sich allerdings auch auf Fähigkeiten ausdehnte.

    Ich hatte ohnehin schon eine leichte Intelligenzminderung. IQs waren im 70iger Bereich (HAWK) und ich hatte/habe Lernstörung(en).

    Durch Recherchetätigkeiten bin ich darauf aufmerksam geworden, dass Neuroleptika u.a. für einen Fähigkeitsverlust sorgen können und die Kognition beeinträchtigen können.

    Folgen von Neuroleptika können sein:

    1. Unterbrechung hyper-systematisierender Netzwerke.
    2. Strukturelle Veränderungen bei Einnahme (auch Langzeit).
    3. Veränderungen in der Plastizität.
    4. Neurotoxizität und anticholinerge Last.

    Viele der vor 27 Jahren eingesetzten Präparate besaßen eine starke anticholinerge Wirkung. Acetylcholin ist jedoch genau der Botenstoff, den das Gehirn für die Gedächtnisbildung, Detailfokus und logische Abrufe benötigt. Eine jahrelange Blockade dieses Systems hinterlässt messbare Spuren in den kognitiven Funktionen.

    Ein Grund, warum Fähigkeiten über Jahrzehnte blockiert sein können, liegt nicht an einem Mangel des Botenstoffes , sondern an dauerhaften strukturellen Veränderungen der Empfänger-Netzwerke in Ihrem Gehirn.

    Es folgt außerdem:

    1. Down-Regulation und Rezeptorenverlust
    2. Abbau der funktionalen „Netzwerkstrecken“
    3. Strukturelle Atrophie

    Und das in Verbindung mit atypischer Gehirnentwicklung und der Tatsache, dass man seinen Fähigkeiten nicht mehr nachgeht, kann für „lebenslange“ Einschränkungen sorgen.

    Selbst wenn das Gehirn heute versucht, neue Bahnen zu bilden, arbeitet es auf einem völlig anderen Fundament als vor 27 Jahren. Die Kombination aus dem natürlichen Alterungsprozess des Gehirns, den damaligen medikamentösen Spuren (welche für Veränderung 1 sorgten; Also weg vom „Normalzustand“) und der jahrzehntelangen Inaktivität in diesem Bereich führt dazu, dass das Gehirn ein neues, stabiles Gleichgewicht (Homöostase) gefunden hat – allerdings eines, in dem die frühere Inselbegabung keinen Platz mehr hat bzw. es schwer sein kann, dies zu reaktivieren.

    Mein Erleben ist neurobiologisch absolut folgerichtig: Das Medikament war der damalige Auslöser, der die Fähigkeit blockierte, aber die atypische Biologie und das darauffolgende jahrzehntelange Brachliegen haben diesen Zustand dauerhaft fixiert.

  • Die Diagnose ist da: F84.1 G – atypischer Autismus

    Während meines Aufenthalts in der WKidH (westfälische Klinik in der Haard) gab es mit meinen Diagnosen Veränderungen. Zunächst war es eine gesicherte Asperger-Syndrom Diagnose, F84.8 war Thema und dann ging es zu Verdacht auf atypischen Autismus, was aufgrund des Aufenthaltsabbruchs durch meine biologische Mutter nicht bestätigt wurde.

    Heute steht die Diagnose fest und es ist: Autismus-Spektrum-Störung (F84.1 G); atypischer Autismus. Außerdem Fragiles-X-Syndrom in somatische Anamnese.

    Insgesamt kann ich die Diagnose durch die Charité – Benjamin Franklin Krankenhaus und Michaela Fleige in Berlin nur empfehlen.

    Hier eine Übersicht zur Diagnose:

    • Psychologische und psychotherapeutische Diagnose.
    • Die Autismus-Sprechstunde ist eine ambulante Diagnose, welche sich über mehrere Stunden/Präsenztage hinweg erstreckt.
    • Zur Diagnose gehört:
      • Anamnese, aktuelle Anamnese
      • Die psychiatrische Vorgeschichte
      • Psychopharmakologische Anamnese
      • Familienanamnese
      • Subsatnzmittelanamnese
      • Somatische Anamnese
      • Soziobiografische Anamnese
    • Es werden Befunde erstellt:
      • Psychopathologischer Befund

    Es kommen folgende Tools zum Einsatz: AQ, FSK (Fragebogen zur Sozialen Kommunikation), Klinisches Interview (aktuell nach ICD 10 und DSM-5, ADOS-2, die diagnostische Beobachtungsskala (Bereiche Kommunikation und Soziale Interaktion).

    Es gibt außerdem eine zusammenfassende Beurteilung und es werden Empfehlungen ausgesprochen. Dazu gehören Mittel zur Selbsthilfe und Hilfe durch interne und externe Anlaufstellen und Maßnahmen sowie weitere Unterstützungsangebote. 

    Bei mir waren es 4 Termine und eine Diagnosebesprechung. Bei meiner Diagnose in der KJP hatte ich ca. 25 Produktivdiagnose-Einheiten. Die Diagnose in der KJP war 1998/99 und stationär. Ich hatte außerdem weitere Stationen wie Neurologie, Neuropsychologie und Genetik – welche ich nun zwar auch machen könnte, allerdings scheint es so, als seien die vorliegenden Informationen ausreichend. Wobei es natürlich zweck- und sinnmäßig sein kann, ab und an mal Veränderungen beobachten zu lassen (Bsp. bezgl. der atypischen Gehirnentwicklung). Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass ein Overload bspw. unmittelbar zu einer funktionellen Störung führen kann.

    Ich bin mit der Durchführung der Diagnostik zufrieden, Note „1-“ nach Schulnotensystem.