Schlagwort: Overloads

  • Meltdown’s, Shutdowns und ich.

    Meltdowns sind im Grunde eine ziemlich heftige Reaktion des Nervensystems, wenn jemand mit einer hohen Informationsverarbeitung, vielen Reizen oder Emotionen überfordert ist. Das ganze gibt es nicht nur mit Reizen und Emotionen, voran steht die neuronale Verarbeitung. Also sind es neuronale und kognitive Verarbeitungen. Sollten neuronale Verarbeitungen nicht an erster Stelle stehen, bringt die kognitive Verarbeitung (bspw. aufgrund von Informationen, Reizen und Emotionen) die neuronale Kapazität. Es kann auch zu „sprüngen“ kommen, welche u.a. Tics verursachen. Ein Meltdown entsteht auch, wenn man bspw. in einer „Depression“ ist und das Gehirn sowie die Gedächtnisse wieder auf die eigentliche Leistung möchte. Solche Prozesse lösen Reaktionen im Gehirn aus, und deren folgen äußern sich im kognitiven Bewusst-Ist und Bewusst-Sein. Dies kann sich jedoch über Stunden, Tage, Woche und sogar Jahre hinziehen. In Verbindung mit ADS / ADHS können Meltdown’s, Shutdown’s und Overload’s häufiger auftreten.

    Das Gehirn besteht aus mehreren Arealen. Mehrere Areale können unabhängig und abhängig voneinander reagieren und aggieren. Es kommt häufig zu verzögerten und überschießende Reaktionen sowie zu Schaltungsproblemen.

    Dysfunktionale Netzwerke können Thema sein. In vielen neurologischen und psychischen Erkrankungen, wie z.B. bei ADHS, Autismus und auch Angststörungen, werden solche gestörten Kommunikationsmuster zwischen Gehirnarealen beobachtet. Diese Dysfunktionalität kann angeboren sein, man kann sie jedoch auch erwerben. Es kann sein, dass exekutive Funktionen (Planung, Impulskontrolle) beeinträchtigt sind, weil die entsprechenden Netzwerke nicht synchron arbeiten. Einhergehend kann eine atypische und/oder typische Gehirnentwicklung sein. Areale entwickeln sich unterschiedlich. So können sich bspw. 3 Areale zur selben Zeit typisch entwickeln, und 2 weitere Areale gleichzeitig atypisch entwickeln.

    Grundsätzlich bekommt das Gehirn mehr Input, als es verarbeiten kann, und dann kommt es zu einem „Overload“ und/oder „Shutdown“.

    Hier sind ein paar Punkte, die dir helfen, das besser zu verstehen:

    Was passiert? Betroffene verlieren vorübergehend die Kontrolle über kognitive Verhalten, kognitives Bewusstsein und über Emotionen. Das kann sich in Schreien, Weinen, motorischer Unruhe oder sogar selbstverletzendem Verhalten äußern. Es ist quasi eine Notfallreaktion des Körpers, vergleichbar mit dem „Kampf-oder-Flucht-Modus“.

    Typisch bei mir: Das Bild veränderte sich, war nie einheitlich und hatte viele Verhalten und Reaktionen. Ob als Kleinkind, Kind, Jugendlicher oder Erwachsener; Ein Meltdown dauert selten nur 30 Minuten. Ein durchschnittliches Meltdown dauerte sein 1,5-2 Wochen. Es gab auch Meltdowns, welche über einen Monat dauerten (meist als Kind bzw. Jugendlicher). Man ist logischerweise nicht 100% des Tages aktiv, auch wenn das Gehirn zu 90-95% des Tages aktiv ist.

    Bezogen auf die Wache-Phase des Tages, kann sich das Meltdown auf über 40% des Tages ausdehnen (bspw. Phasen). Alleine das ist bereits Grundlage für eine Vertiefung oder eine Ursache für spätere Meltdowns (Verhalten können einen x-monate Später belasten) sowie ggf. hochfunktionale Depressionen.

    Ich hatte bspw. motorische Störungen und Verhaltensstörungen. Ich schlug meinen Kopf gegen Wände und Gegenstände (nicht Gegenstände gegen den Kopf, wobei das in meinem leben auch mal vorkam) und ging/schmiß mich gegen Wände oder Türen. Ich ging aktiv auf Gegenstände zu. Außerdem kam es häufig zu Zuckungen, Kopfnicken, muskuläre Hypotonie, Mitralklappenprolabs, Aussetzern der Herz- und Lungenfunktion, Reflux im Magen, Gleichgewichtsprobleme weiteren Reaktionen und Verhalten (bspw. ähnlich Eplilepsie). Ich habe außerdem Wände bemalt und beschmiert, Tapete abgerissen, ich habe mit Feuer gespielt und auch Feuer gelegt. Das Zerstören von Gegenständen war vorhanden, jedoch selten. Ich habe eine angeborene emotionale Instabilität und von Haus aus seltene, jedoch extreme Stimmungsschwankungen (auch am Tag).

    Warum passiert es? Oft sind es Informationsverarbeitung, motorische Reaktionen (Fehlschaltungen, bei denen das kognitive Verhalten langsamer oder schneller ist), Verhaltensreaktionen, Spiegelungen, sensorische Reize, Reaktionenüberforderung, Emotionen (auch angestaute) und/oder soziale Überforderung, die das Fass zum Überlaufen bringen. Da passt noch einiges zu.

    Gerade bei Autismus ist die Reizverarbeitung oft anders, was schneller zu so einer Überlastung führen kann. Fehlende und/oder gestörte Filter bzw. Filtermechanismen können ebenfalls Verursacher sein.

    Wichtig ist, dass ein Meltdown keine bewusste Handlung oder ein Wutanfall ist. Die Person kann es in dem Moment nicht steuern und leidet selbst sehr darunter.

    Nach dem Meltdown: Danach sind die Betroffenen oft körperlich und mental erschöpft und brauchen viel Ruhe zur Regeneration. Von mir kenne ich das Verhalten, das ich keine typischen Erschöpfungssymptome habe. Ich erinnere mich daran, dass es für mich ein „normales“ Weitermachen war und ist. Also kein merkliches Ende.

    Es kam auch schon vor, das ich einfach umkippte. Ich erinnere mich daran, das ich mal die Lungenfunktion, Atmung und Muskulatur aus motorischen Gründen aussetzte. Ich wollte die Atmungsreflexe und Bewegungen eines Fisches nachmachen und ich bin in den Fischteich gefallen.

    Meltdowns sind individuell, und wie sie sich zeigen oder was hilft, ist von Person zu Person unterschiedlich.