Schlagwort: Autismus-Spektrum-Störung

  • Was ist das Autismus Spektrum?

    Die allgemeinen und spezifischen Definitionen lassen die Frage „Was ist das Autismus Spektrum?“ beantworten.

    Ich hatte vor Kurzem einen Termin. Mir wurde eine Frage a lá „Was ist das Autismus Spektrum?“ gestellt. Es stand „Das Autismus-Spektrum ist ein großes Spektrum“ im Raum. Ich sollte mir mein „Nehme ich mit und möchte ich mir in Ruhe Gedanken zu machen, um später auf sie zurück zukommen.“ auch im Privatleben integrieren. Ein Strukturieren mit: „Im Allgemeinen“ und „Für mich“ könnte auch nicht schaden. Es war eine interessante Situationen.

    Das Autismus Spektrum ist ein Spektrum: Ja, der Stand der Dinge entwickelt sich weiter und das mit dem Menschen. Ist das nicht eine Eigenschaft des Begriffs „Spektrum“? 

    Autismus Spektrum wird auch häufig synonym mit Autismus-Spektrum-Störung verwendet.

    Autismus-Spektrum-Störung ist ein Oberbegriff für eine Reihe von neurologischen bzw. neurobiologischen (ggf. auch kognitiven) Entwicklungsstörungen. 

    Sowohl Autismus Spektrum, als auch Autismus-Spektrum-Störung beschreiben neurologische Entwicklung und ein Vorhanden. Sie beschreiben außerdem Oberbegriffe im ICD 10 und ICD 11. Autismus-Spektrum lässt vielmehr die Verwendung und Anwendung „ohne Störung“ zu. Ein Potenzial: Autismus kann also auch ohne Störung verstanden und diagnostiziert werden.

    Es gibt keine „typische“ autistische Person. Stigmatisierung ahoj. Und ade.

    Die Begriffe und das Verständnis können Gesprächsthema sein.

    Nur ein Sammelbegriff? Nein.

    Weitere Eigenschaften des Begriffs Spektrum: Die Darstellung einer kontinuierlichen Reihe von Zuständen (auch Neuerungen), Merkmalen und/oder Werten, welche sich nicht zwangsläufig zwischen zwei Extremen erstrecken. Zentrale Eigenschaften und Folgen sind: Vielfalt und Bandbreite, Kontinuum, keine klaren Hierarchien, Dimensionalität und Mehrdimensionalität, Positionierung und Potenziale, Möglichkeiten der Erfassbarkeit.

    Zur Frage: Was ist Autismus Spektrum? Ein zu erforschendes Gebiet, in welchem man sich permanent weiterentwickelt und ein Spektrum, mit und in dem Menschen leben. Und mit dem viele Menschen Klarheit haben.

  • Asperger-Syndrom, Autismus und Alexithymie

    Eine präsente Situation, und auch Vorurteil: Menschen mit Asperger-Syndrom, Autismus sowie Autismus-Spektrum-Störung haben Probleme, Gefühle und Emotionen zu zeigen oder auch zu verstehen.

    Eine typisches Vorkommen: Ich befand mich in einer Situationen, in der ich meinte, die Person Gegenüber gut zu kennen und die Gefühls- und/oder die Emotionslage richtig erkannt zu haben. 

    Ein Beispiel: Ich habe erkannt, dass in der Situation sowohl Gefühl 1, Gefühl 2, Gefühl 3 sowie Emotion 1 und Emotion 2 zutreffen. Oder Gefühl 2 und 3 könnten Emotion 1 und 2 bedeuten, jedoch kommt Gefühl 1 in den Sekunden während und in Folge der Überlegung zum Vorschein und wirkt dominanter.

    Von der Person gegenüber kommt ein: „Mir geht es gut“. Wo ist der Rest?!

    Während meiner Diagnose- und Therapiezeit stellte man Alexithymie fest. Ich bin also eher rationalisierend unterwegs. Sowohl bei mir, als auch beim Gegenüber.

    Eine meiner Herausforderungen: Würde ich anfangen, eine detailgenaue Angabe zu machen, bräuchte ich meine Zeit. Mit der richtigen Zeit ist es zwangsläufig detailgenau. Im Alltag kommt es meist zu einem: Kurz und aussagekräftig. Dies kann außerdem eine Grundlage dafür sein, um im Weiteren ein Interesse signalisiert zu bekommen. Ich beachte auch die Tatsache, dass mein Gegenüber fokussiert angebunden ist, ggf. unter Zeitdruck steht, Smalltalk führen möchte oder an einem längeren Gespräch interessiert ist.

    In den meisten Situationen sind Emotionen komplex und selten auf ein einzelnes Gefühl beschränkt. Es handelt sich oft um eine Vielzahl von Gefühlen, die gleichzeitig auftreten, einschließlich sogenannter Mischgefühle oder „Übergangsphasen“.

    Der Grund dafür, dass in manchen Momenten nur ein einzelnes Gefühl benannt wird, liegt oft an praktischen Faktoren wie der fehlenden Zeit, alle Nuancen zu reflektieren. Es hat meist nichts mit mangelnder Empathie, Selbstreflexion oder Alexithymie (der Unfähigkeit, Gefühle zu erkennen) zu tun.

    Wenn man einer Person, die sich zunächst auf ein einzelnes Gefühl konzentriert hat, eine Liste mit Gefühlen und/oder Emotionen vorlegt, würde sie wahrscheinlich erkennen, dass noch weitere Gefühle bzw. Emotionen zutreffen sein könnten.

    Und das trifft auch bei neurotypische Menschen zu. 

    Es gibt Menschen mit einer stark ausgeprägten Alexithymie und extremen Herausforderungen und Problemen mit und in sozialen Interaktionen und Kommunikation. Wie wahrscheinlich ist es, ein offenes Feedback zu erhalten. Gemachte Erfahrungen (bsp. aus der Vergangenheit) läufen häufig mit und sind noch häufiger vorhanden.

    Wie ist der biologisch richtig Verlauf für das Zustandekommen einer Gefühlsfeststellung?

    Die Feststellung eines Gefühls ist ein komplexer neurobiologischer Ablauf/Verlauf/Prozess, der in der Regel in mehreren Schritten abläuft und verschiedene Gehirn- und Gedächtnisbereiche involviert. 

    Es gibt es zwei gängige Verarbeitungswege, die oft parallel ablaufen können: einen schnellen, unbewussten Weg und einen langsameren, bewussten Weg. Für mich gibt es außerdem den Weg und das Ergebnis der Eigenformulierung.

    1. Bottom-up-Prozess; Der schnelle, unbewusste Weg.

    Dieser Weg ermöglicht eine sofortige, reaktive Antwort, noch bevor die Situation bewusst erfasst wurde. Es ist anzumerken, dass Feststellungen auch in einer reduzierten Geschwindigkeit erfolgen können, um bspw. „das Unbewusste“ und das Zustandekommen zu erfassen.

    • Sinneswahrnehmung: Ein äußerer Reiz (z.B. ein lautes Geräusch) wird von den Sinnesorganen aufgenommen.
    • Weiterleitung an den Thalamus: Die sensorische Information gelangt zum Thalamus, der als Schaltzentrale alle eintreffenden Signale sortiert.
    • Abkürzung zur Amygdala: Der Thalamus leitet einen Teil der Information direkt an die Amygdala weiter. Die Amygdala ist das emotionale Zentrum im Gehirn, das für die Bewertung von Reizen und die Auslösung von emotionalen Reaktionen zuständig ist.
    • Physiologische Reaktion: Die Amygdala löst eine unmittelbare körperliche Reaktion aus. Diese Reaktion geschieht, bevor man sich der Emotion bewusst ist.

    2. Top-down-Syndrom; Der langsame, bewusste Weg.

    Dieser Weg ist detailgenauer und ermöglicht eine bewusste Bewertung und Einordnung der Situation. Es ist anzumerken, dass Feststellungen auch in einer überdurchschnittlichen Geschwindigkeit erfolgen können. 

    • Weiterleitung zum Kortex: Vom Thalamus wird die sensorische Information auch an die Großhirnrinde (Kortex) weitergeleitet.
    • Kognitive Bewertung: Im präfrontalen Kortex findet eine genaue Analyse des Reizes statt. Hier werden die sensorischen Informationen mit Erinnerungen und Erfahrungen abgeglichen, um die Situation detailliert zu bewerten.
    • Bewusstes Gefühl: Erst durch die Verarbeitung im Kortex wird die ursprünglich unbewusste emotionale Reaktion zu einem bewussten Gefühl. Man erkennt und benennt die Emotion, die man erlebt. Häufig kann es auch dazu kommen, dass einem mehrere Emotionen und Gefühle einfallen, man jedoch „nur“ eines formuliert.
    • Rückmeldung: Der Kortex sendet Signale zurück an die Amygdala, um die emotionale Reaktion zu regulieren oder zu verstärken, basierend auf einer bewussten Einschätzung.

    Die bewusste Feststellung eines Gefühls ist also das Ergebnis dieser und weiterer komplexen Interaktion zwischen dem limbischen System sowie weiteren subkortikalen Strukturen und dem Kortex. Eine Gefühls- und Emtionsliste kann außerdem eine Feststellung unterstützen.

    Das Gefühl ist nicht nur eine Reaktion, sondern ein dynamischer Zustand, der aus kognitiven, neuronalen, und subjektiven Komponenten besteht.